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Autunno Musicale 2025: Mozart und geistliche Musik in den Kirchen der Stadt Treviso

Autunno Musicale 2025 (Musikalischer Herbst 2025), Treviso

Ab dem 15. November beginnt in Treviso der musikalische Herbst Autunno Musicale 2025. Während sieben Abenden und begleitenden Treffen präsentieren mehrere Musikensembles geistliche Musik von der Renaissance bis zum Klassizismus. Das Festival wird von der Vereinigung Musincantus in Zusammenarbeit mit der Stadt Treviso, der Provinz Treviso und lokalen Kultureinrichtungen organisiert. Die diesjährige Ausgabe ist vor allem der Beziehung von Wolfgang Amadeus Mozart zur sakralen Musik gewidmet.

Autunno Musicale 2025 – offizielles Festival-Visual
Treviso: Autunno Musicale 2025

Die diesjährige Ausgabe bleibt jedoch nicht nur bei Mozart. Das Programm erinnert auch an 500 Jahre seit der Geburt von Giovanni Pierluigi da Palestrina, dem bedeutendsten Vertreter der italienischen Renaissance-Polyphonie, und gleichzeitig an 200 Jahre seit dem Tod von Antonio Salieri. Damit eröffnet sich ein breiterer Blick darauf, wie sich die geistliche Musik im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und wie sie in verschiedenen Epochen sowohl in der Liturgie als auch außerhalb verwendet wurde. Es ist also nicht nur ein „Konzert“-Herbst, sondern auch eine musikgeschichtliche Reise, und genau das ist typisch für Autunno Musicale.

Palestrina bleibt ein Symbol für die Renaissance-Vollkommenheit und Reinheit des mehrstimmigen Gesangs, zu der die europäische Musik bis heute zurückkehrt. Mozart erinnert daran, wie stark die geistliche Musik seinen Kompositionsstil und sein Harmonieverständnis beeinflusst hat. Salieri repräsentiert eine Generation, die nach einem Gleichgewicht zwischen Operndrama und kirchlicher Tradition suchte.

Musik in den sakralen Räumen von Treviso

Die Grundidee des Festivals ist einfach: sakrale Musik in sakralen Räumen spielen und die natürliche Akustik der Trevisaner Kirchen nutzen.
Die Konzerte finden in der Kathedrale Sant’Agnese, in den Kirchen Sacro Cuore und San Nicolò statt. Dadurch entsteht eine kleine „Route“ durch die Stadt, die Musik, Architektur und Geschichte von Treviso verbindet. Die Organisatoren beziehen sich damit auch auf die Tradition der Trevisaner Konzertsaison der 60er Jahre, als in der Stadt systematisch sowohl große Werke als auch Kompositionen aus lokalen Archiven aufgeführt wurden.

Programm

November-Konzerte

Das Festival wird am 15. November in der Kathedrale St. Peter mit einer Aufführung von Händels Messias eröffnet, in der Fassung, die Mozart 1789 im Auftrag von Baron Gottfried van Swieten erstellte. Dirigieren wird Filippo Maria Bressan und es treten die Accademia d’Archi Arrigoni, Solisten und der italienische Jugendchor auf. Schon der erste Abend zeigt, dass die Veranstalter nicht nur das bekannte Oratorium „aufführen“ wollen, sondern es in einen Kontext setzen: Mozarts Bearbeitung ist eine Brücke zwischen dem barocken Original und dem klassizistischen Geschmack seiner Zeit.

Weitere Konzerte entwickeln die gleiche Linie weiter. Am 22. November hat Michele Pozzobon im Bischofspalast ein szenisches Programm Una festa nella Treviso del 1500 vorbereitet, das Musik aus Manuskripten der Biblioteca Capitolare di Treviso mit Rezitation und historischem Tanz verbindet.

Am 29. November kehren die Zuhörer in die Kathedrale zurück, um Verdis Quattro pezzi sacri in einer Fassung für Chor und Orgel zu hören – es handelt sich um Werke, die seltener als Verdis Opern gespielt werden, aber genau in den Fokus des Festivals auf das geistliche Repertoire passen.

Dezember-Konzerte und musikalische Manuskripte

Kairos Vox – Quatro Pezzi Sacri & Requiem
Kairos Vox – Quattro Pezzi Sacri 29.11. und Requiem 13.12.

Der Dezember-Teil des Programms hat zwei Ebenen. Die erste ist die Musikwissenschaftliche: Am 6. Dezember wird die Publikation Musiche Ritrovate vorgestellt, die sich mit wiederentdeckten Trevisaner Partituren beschäftigt. Es folgt ein kommentierter Besuch des Kapitels und seiner musikalischen Manuskripte.

Die zweite Ebene sind Weihnachts- und Festkonzerte:
Am 8. Dezember wird in der Kirche Sant’Agnese Palestrinas Missa Papae Marcelli vom Ensemble UT aufgeführt, und am 13. Dezember verbindet das Orchester La Corelli in der Kirche Sacro Cuore Mozarts Requiem mit Salieris Te Deum.
Das Finale am 21. Dezember in San Nicolò wird dem Weihnachtsrepertoire gewidmet sein.

Festival als lebendige Tradition der Stadt

Für Städte wie Treviso ist ein solches Festival aus einem weiteren Grund wichtig: Es öffnet historische Kirchen auch für ein Publikum, das dort normalerweise nicht hingeht, und zeigt, dass sakrale Musik gleichzeitig, unaufdringlich und ohne Pathos präsentiert werden kann.
Gleichzeitig bietet es jungen Interpreten Raum – im Programm erscheint auch der Tenor Filippo Scanferlato.

Abschließend

Mozarts Beziehung zur geistlichen Musik spiegelt sich in seinen Messen, Requiem und liturgischen Motetten wider, in denen er die Wiener klassische Stilisierung mit der Tradition der italienischen Polyphonie verband.
Salieri repräsentiert eine Generation, die nach einem Gleichgewicht zwischen Operndrama und kirchlicher Tradition suchte. Palestrina bleibt ein Symbol für die Renaissance-Vollkommenheit und Reinheit des mehrstimmigen Gesangs, zu der die europäische Musik bis heute zurückkehrt.

Verschönern Sie sich den späten Herbst und den Beginn des Winters mit einem Besuch eines der Konzerte des Festivals Autunno Musicale 2025.
In der einzigartigen Atmosphäre der Trevisaner Kirchen erklingen Werke großer Meister – von Palestrina über Mozart bis Verdi – dargeboten von außergewöhnlichen italienischen Ensembles.

Musik, die einst die Tempel erfüllte, erwacht so wieder dort zum Leben, wo sie entstand. Detaillierte Konzertzeiten, eventuelle Reservierungen und Programmänderungen hier.

Informationsquelle: Koine
Fotos Koiné Communicazione / gemeinfrei – Wikimedia Commons (Mozart, Salieri, Palestrina – optimiert für Veneto-Magazine.com

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